Hochsensibilität und Medialität

Seit einigen Jahren ist der Begriff „Hochsensibilität“ allgemein bekannt. Damit werden erstmals die Bedürfnisse sensitiver Menschen auch von Psychologen berücksichtigt.

In Büchern über Hochsensibilität wird oft betont, dass Hochsensible besonders empfindlich auf Sinnesreize wie Lärm, hektischen Trubel und Gerüche reagieren. Sie leiden dann schnell unter Reizüberflutung und reagieren mit psychosomatischen Symptomen.

Ich glaube allerdings, dass diese Symptome tatsächlich auf eine übersinnliche Reizüberflutung zurückzuführen sind. Da die übersinnliche Wahrnehmung (Medialität) bei Hochsensiblen viel stärker ausgeprägt ist als beim Durchschnittsmenschen, wird das Energiesystem schnell überlastet:

Wenn es mit chaotischen Energien, mit negativen Gedanken und düsteren Emotionen überflutet wird, welche von vielen Menschen unbewusst ausgestrahlt werden, fühlt sich der hochsensible Mensch manchmal dem Kollaps nahe. Oft verschwinden diese Symptome sofort wieder, wenn er sich in ein harmonisches energetisches Umfeld, etwa in die freie Natur begibt.

 

Verschmelzungserlebnisse verstehen

Die Aktivierung des siebten Chakras führt zur „medialen Verschmelzung“ mit anderen Menschen, Gruppen, Umfeldern oder höheren Dimensionen. Wenn man bewusst in der Meditation mit höheren Energien verschmilzt, fühlt sich das beglückend an. Man kann bewusst und gewollt Verschmelzungserlebnisse mit anderen Menschen haben, die auf alle Beteiligten erhebend und heilsam wirken. Man kann aber auch ungewollt gerade dann in Verschmelzungserlebnisse „gezogen werden“, wenn man sich in einem Zustand von Stress und Angst befindet. Angst aktiviert leider oft das siebte Chakra, da sie das Bewusstsein tendenziell „nach oben aus dem Körper fliehen“ lässt. So kommt es, dass man gerade dann, wenn man mit besonders unangenehmen, stressauslösenden Menschen und Umfeldern zu tun hat, mit deren Energien intensiv „verschmilzt“. Das kann kurzzeitig zu Panik- und Erschöpfungszuständen führen.

Wenn man über diese Zusammenhänge Bescheid weiß, ist schon viel gewonnen und man kann viel besser damit umgehen. Man kann beispielsweise darauf achten, in Stresszuständen ganz bewusst im Körper zu bleiben, sich auf den Bauch oder die Füße zu konzentrieren und tief und ruhig zu atmen. So bleibt man bei sich und nach einer Weile legt sich der Stress von selbst. Hochsensible können sich durchaus auch auf lauten Partys und bei Veranstaltungen mit vielen Menschen wohlfühlen, wenn sie in einem Zustand innerer Ruhe sind. Man nimmt nur diejenigen Energien eines Ortens auf, zu denen man innerlich in Resonanz geht. Wenn man plötzlich eine belastende Energie spürt, kann man diesen Zustand transformieren, indem man die Energie „betrachtet“ und erforscht, sich fragt, woher sie kommt und wie man sie durch einen entsprechenden eigenen inneren Anteil angezogen hat.

 

Bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Sensitivität 

 Verschmelzungserlebnisse und Zustände erhöhter medialer Wahrnehmung sollten gemieden werden, wenn man dabei nicht „eins mit sich selbst“, das heißt eins mit der Seelenschwingung ist. Man kann sie aber kontrolliert im Zustand innerer Klarheit aktivieren und sie für höhere Ziele nutzen. So kann man sich meditativ versenken, schamanisch reisen, oder eine Situation „hellsichtig“ betrachten, um sich und anderen Menschen zu helfen, um Antworten auf Fragen zu finden, höheres Verständnis zu erlangen und sich ganzheitlich weiterzuentwickeln. Mir selbst ist die meditative Versenkung zum bevorzugten Entwicklungsweg geworden.

Ich empfehle allen sensitiven Menschen, sich bewusst mit ihrer Medialität auseinanderzusetzen. Das gehört vermutlich zu ihrer Lebensaufgabe. Wenn man diese Wahrnehmungen zu ignorieren versucht, um „normal zu funktionieren“, wird man nicht glücklich. Wenn man sich damit auseinandersetzt, wird man mit der Zeit innerlich klarer und stärker. Man leidet immer weniger unter diesen Fähigkeiten und kann sie stattdessen in segensreicher Weise kreativ nutzen. Hochsensibilität ist ein beschleunigter Entwicklungsweg, aber nicht notwendigerweise ein Leidensweg – denn man kann auch einen bewussten Transformationsweg daraus machen. Angst und Verwirrung weichen schließlich mehr und mehr der Erkenntnis des wahren Selbst und der Integration aller Seelenenergien.