Renaissance des Schamanismus

Schamanismus ist ein Sammelbegriff, der ganzheitliche Weltbilder und damit zusammenhängende spirituelle Praktiken beschreibt, die weltweit verbreitet sind. Anders als in Religionen gibt es in schamanischen Traditionen keine hierarchisch aufgebauten Institutionen, die den Menschen Glaubensvorschriften machen. Stattdessen sind die Menschen gefordert, in sich selbst die Verbindung zur Natur, zur Erde und zum Kosmos herzustellen und in sich selbst die göttliche Kraft zu leben. Die Wahrheit muss im eigenen Inneren gefunden werden. Geistige Helfer unterstützen die Menschen, aber sie nehmen ihnen nicht die Verantwortung ab. Ein Schamane kann etwa einen Kranken unterstützen, wieder in seine Kraft zu kommen, doch dazu ist auch Eigenbemühung erforderlich. 

Die zeitlose Weisheit und lebendige Erdverbundenheit schamanischer Philosophie hat zu einer Renaissance des Schamanismus geführt. Nachdem sich die westliche Welt mehr und mehr von der Natur entfremdet hat, beginnt sie nun auch wieder ihre schamanischen Wurzeln zu entdecken. Viele Menschen aus der zivilisierten Welt haben in den letzten Jahren Reisen zu indigenen Völkern unternommen und einen spirituellen Austausch mit anderen Kulturen angeregt. 

Ich glaube, dass die alten, fast vergessenen Traditionen uns helfen können, zeitgemäße neue Formen spiritueller Praxis zu entwickeln. Sie können uns helfen, energetische Phänomene zu verstehen und damit umzugehen. Alles befindet sich in Evolution, auch die schamanische Arbeit. Das betonen auch viele Schamanen, die in alten Kulturen aufgewachsen sind und sich dessen bewusst sind, dass es viel Aberglauben, faulen Zauber und schwarzmagischen Missbrauch energetischer Kraft gegeben hat. Die Vergangenheit muss nicht verklärt werden, aber sie birgt auch echte spirituelle Schätze, die wir in kreativer Weise nutzen können.

Menschen, die weltweit das Interesse am Schamanismus weckten sind etwa Clemens Cuby, Malidoma Somé, Serge Kahili King, Michael Harner, Sandra Ingerman und Geseko von Lüpke.